Koordinierte Antifaschistische Aktion in KL,NW u. MA

Der 1.Mai darf nicht den Nazis überlassen werden, deshalb ist es wichtig diesen auch inhaltlich mit linken, emanzipatorischen Themen zu füllen. Unser Teil hierfür war gestern Nacht eine Straßenumbenneung die zeitgleich in Mannheim, Neustadt / Weinstraße und Kaiserlautern stattfand.

Sehr geehrte Damen und Herren,
heute wurden die Karl-Peters-Straßen in 68219 Mannheim, in 67657 Kaiserslautern und 67433 Neustadt jeweils in Jagodjo-Straße umbenannt.

Warum diese Änderung?

Die Karl-Peters-Straßen erinnern an einen der brutalsten und grausamen deutschen Kolonisatoren.

Karl Peters war nicht nur Agitator einer aggressiven Kolonialpolitik, er war gleichzeitig einer der brutalsten Kolonisatoren in Ostafrika. Er empfahl unter anderem die am Kilimandscharo lebenden Warombo auszurotten und begann seine Pläne in die Tat umzusetzen.

Der Grund seiner Entlassung durch das Auswärtige Amt im Jahre 1893 war jedoch nicht sein brutales Vorgehen gegenüber der lokalen Bevölkerung, sondern eine aus persönlichen Gründen befohlene Hinrichtung seiner Dienerin Jagodjo und seines Dieners Mabruk. Der Historiker Hans-Ulrich Wehlen charakterisierte Peters als einen „erfolgsarmen, gerichtsnotorisch kriminellen Psychopathen“, der „eine explosive Mischung von pangermanischen, antisemitischen, unverhohlen rassistischen Ideen“ verfocht.

Es wundert daher nicht, dass Karl Peters ausgerechnet von den Nationalsozialisten im Jahre 1937 vollständig rehabilitiert wurde. Leider erinnern bis heute Denkmäler und Straßen an diesen brutalen und rassistischen deutschen Kolonisatoren.

Durch die zeitgleiche Umbenennung der Karl-Peters-Straßen in Mannheim, Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße soll nun ein Zeichen entgegengesetzt werden. Mit der Neubenennung der Jagodjo-Straße soll stellvertretend an die vielen Opfer deutscher Kolonialpolitik erinnert werden.

Der zeitlich nahe Rahmen zu den Aufmärschen von Neo-Faschisten am 1.Mai 2008 in Kaiserslautern und Neustadt wurde von uns bewusst gewählt. Wir sind der Meinung, dass rassistischen und nationalistischen Demonstranten nicht kritiklos die Straße überlassen werden darf. Genauso wenig nehmen wir Straßennamen hin, die diese menschenfeindlichen, rassistischen Ansichten verkörpern!

Gesellschaft für kritische Geschichtsforschung